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Stimmungsvolles Dreikönigssingen
Viele Musiker brachten die Kühbacher St.-Magnus-Kirche zum Klingen
erstellt am 08.01.2019 um 18:06 Uhr
Kühbach (jmo) Wie jedes Jahr an Dreikönig, so gab es auch heuer in der Kühbacher St.-Magnus-Kirche ein stimmgewaltiges Konzert, für
das Arzberger Classics verantwortlich zeichnete.
Dieses Jahr schlug es eine Brücke zwischen bayerisch-alpenländischer Volksmusik über klassische Musik bis hin zu mittelalterlichen Klängen. Neben
Joseph Rast (Trompete), Stephan Pfisterer (Horn), Hans Rast (Posaune) und Markus Brandmair (Trompete) wirkten die Gruppe Platerspil mit
Musikern aus Schrobenhausen und Ingolstadt sowie die Neukirchner Sängerinnen Leni Probst, Christine Gloggner, Christl Grabichler und Regina
Biegl an der Zither mit.
Alle Teilnehmer des Konzertes lobten die tolle Akustik in der Kühbacher Kirche, wo sich die glanzvollen Blechbläserklänge aus Barock und
Renaissance wundervoll mit den sanften Klängen der Miesbacher Sängerinnen und den mittelalterlichen Klängen verband. Nach den
Begrüßungsworten des Vorsitzenden des Kühbacher Musikvereins Max Arzberger legten die drei Gruppen sogleich stimmgewaltig los.
Zwischen den Stücken durften auch die Besucher kräftig mitsingen bei den Liedern "Engel auf den Feldern singen" und "Nun freut euch, ihr Christen".
Das Bläserensemble SeRaTiO brachte unter anderem die "Sonate 2018", "Adagio" und "Suite Nr. 1" zu Gehör. Die sechs mittelalterlich gekleideten
Musiker aus Schrobenhausen und Ingolstadt trugen mit Gitarre, Sister, Fidel, Blockflöte, Hackbrett, Schlagwerken, Schäferpfeife und Krummhorn
"Blanle", "Magdalena", "Da Miniature","Ballett", "Interludium" und "Qutaricinium" vor. Und das Quartett aus Neukirchen sang und spielte Lieder wie
"Schlaf, schlaf hochseliges Jesulein", "In an kloan Krippale liegt a Kind", und "Ganz leis und staad vergeht des Jahr".


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1 von 1 09.01.2019, 00:05


Klangreise quer durch das frühe Europa
erstellt am 26.08.2019 um 19:01 Uhr aktualisiert am 26.08.2019 um 21:57 Uhr
Neuburg (DK) Von Schlossfest-Müdigkeit in Sachen Musik keine Spur:
Schon wieder Spielleute-Musik - und die Leute strömen.


Wer lediglich pünktlich kommt, steht entweder bei diesem Auftritt der Formation Platerspil in der Schlosskapelle in Neuburg oder ist gar mit einer feldbettähnlichen Konstruktion zum Dennochsitzen angerückt. Platerspil versteht sich freilich auch auf eine besonders spritzige Art der Behandlung von Musik der Vor-Barock-Zeit.
Ob das alles so ganz authentisch der Überlieferung nach ist, steht auf einem anderen Blatt. Absolut authentisch aber ist die Art, Musik zu machen mit den eben gegebenen Möglichkeiten an Personal und Gerät. Und ganz wichtig dabei der Spaßfaktor. Aber spätestens da ist Platerspil, ein praktisch aus den verschiedensten Ecken Oberbayerns zusammengetrommeltes Alte-Musik-Sextett, über jeden Zweifel erhaben.
Die Sechs starten zu einer Klang- und Kulturreise quer durch Europa, ihr Spiel überwindet politische Grenzen und gesellschaftliche Standesbarrieren. Das Europa der Musik war vor 500 Jahren ja schon weiter, als es die Politik bis heute brachte. Platerspil entwickelt zu dem Unterfangen einen um ein Mehrfaches anwachsenden Klangteppich, universell in seiner Idee und gleichviel individuell in seinen Charakteristika. Möglich wird dies, da Carola Berninger, Ulli Glawion, Konrad Prinke, Helmut Schels, Karin Schuster und Heinz Werner allesamt die verschiedenen Instrumente beherrschen und sich dazu auch noch sängerisch hervortun. Flöten, Fidel, Hackbrett, Gitarre bilden das Fundament, dazwischen Dudelsack, Cornamuse als Weiterentwicklung des Krummhorns und die Lauten-verwandte Cister. Wo gefragt, zwitschert Carola Berninger so schön wie eine Nachtigall dazwischen.
Mit einem Schreittanz von Michael Praetorius nimmt das Ensemble sogleich von sich und seiner Musik gefangen, Leo Haßlers Zuwendung in "Unter all'n auf dieser Erden" gehört dann ganz der einzig Angebeteten. Der Dudelsack in einem Bretonischen Tanz lässt schwerlich das keltische Element überhören, bis dann das irische "Tir na noog" endgültig alle Grenzen überschreitende Urmythen beschwört. England dazwischen gibt sich in seinem Charakter etwas höfischer. Tielman Susato mag für das Best-of des 16. Jahrhunderts stehen, was an Beliebtem von der Straße in die Höfe schwappte und was genauso das einfache Volk sich von der vornehmen Gesellschaft ablauschte. In der schwärmerischen Klage über eine unerreichbare Liebe schwingt in dem spanischen Beitrag "Tinta" noch einmal der alte Minnesang nach und erreicht die Musik zugleich die Anfänge der Polyphonie.
Von der höfischen Welt Spaniens geht es auf die römischen Straßen, bestätigt ein Saltarello jetzt so recht, was Platerspil ausmacht, gewitzte Spielfreude und das sichere Gespür für die treffenden Rhythmen. "Ein klein wild Vögelein" beschreibt einen Freiheitswillen, wie er gerade in Siebenbürgen stets wach geblieben ist. Mit einem "Welschen Tanz" von Hans Neusiedler gelingt der Sprung aus dem romanischen Kulturkreis zurück zum Ausgang dieser weiten Reise ganz aus dem Geiste einer großen Einheit.

Josef Heumann